Alles, was du mit Claude machst, fängt mit einem Konto an. Diese Lektion bringt dich an genau einen Ort: zu einem funktionierenden Konto auf claude.ai und einem ersten Gespräch im Browser. Claude Code, also die Variante, die im Terminal an deinen eigenen Dateien arbeitet, ist ein eigenes Thema und eine eigene Installation – ohne dieses Konto fängt aber gar nichts an.
Eine gewöhnliche, langweilige Sache, die man einmal im Leben macht und danach nie wieder. Nur gibt es darin zwei Stellen, an denen du eine Entscheidung triffst, die sich nicht mehr rückgängig machen lässt, und an beiden sagt dir niemand ein Wort dazu. Deshalb ist diese Lektion länger, als ein Konto einrichten es eigentlich verdient.
Lass dir Zeit, und mach dir nichts draus, wenn etwas anders aussieht als in dieser Beschreibung. Claude ändert das Aussehen seiner Seiten ziemlich oft, an der Reihenfolge der Schritte hält es aber schon lange fest.
Was du bereitlegen solltest, bevor du irgendwo klickst
Zwei Dinge, beide vermutlich in Reichweite:
- Eine E-Mail-Adresse, auf die du in einem Jahr und in fünf Jahren noch Zugriff hast. Austauschen kannst du sie später nicht – das Konto bleibt an der Adresse hängen, mit der du es anlegst.
- Ein Mobiltelefon, falls Claude eine Verifizierung per SMS verlangt – das passiert nicht immer, sondern hängt davon ab, wie riskant dir diese Anmeldung eingeschätzt wird, und über Google fällt dieser Schritt meist ganz weg. Falls doch: Eine einmal verifizierte Nummer gehört dauerhaft zum Konto und lässt sich weder ändern noch auf ein anderes Konto übertragen.
Eine Zahlkarte brauchst du nicht. Du legst das Konto in der Gratisversion an, und dabei bleiben wir bis zum Ende dieser Lektion.
Falls dich eines dieser beiden Dinge gerade aufhält: besser hier als mitten in der Anmeldung. Komm zurück, wenn du beides hast.
Der erste Bildschirm: zwei Wege hinein
Geh auf claude.ai. Du siehst eine Seite, die in zwei Hälften geteilt ist: links ein Anmeldeformular, rechts ein Foto. Die ganze Seite ist auf Englisch, und daran änderst du fürs Erste nichts – claude.ai hat keine offizielle deutsche Version, auch wenn das Gespräch selbst tadellos auf Deutsch läuft.
Falls du claude.ai trotzdem auf Deutsch siehst, ist das keine versteckte Spracheinstellung, sondern die automatische Seitenübersetzung deines Browsers (Chrome und Edge schalten sie von sich aus ein, sobald sie eine fremde Sprache erkennen). Schalte sie für die Anmeldung aus – diese Lektion beschreibt Felder und Schaltflächen genau so, wie sie in der englischen Originalversion heissen, und eine übersetzte Oberfläche verwendet andere Bezeichnungen als die, die hier stehen.
In diesem Formular gibt es zwei Wege, und beide enden am selben Ort:
- Continue with Google – draufklicken, es öffnet sich ein Google-Fenster, Google-Konto auswählen, fertig. Der schnellste Weg, wenn du Gmail hast.
- Enter your email – das Textfeld darunter, mit der Schaltfläche Continue with email. Adresse eintippen, klicken, weiter zum nächsten Schritt.
Wenn du den zweiten Weg nimmst, merk dir eine Sache, die viele überrascht: du legst für Claude nie ein eigenes Passwort fest. Es gibt gar kein Feld dafür. Das Anmelden läuft immer über einen Link oder einen Code, der in deinem Postfach landet. (Beim Weg über Google gibt es natürlich ein Passwort, aber das schützt dein Google-Konto, nicht Claude.) Wenn es für dich infrage kommt, empfehlen wir den Weg über Google – er ist bequemer, weil er über ein Konto läuft, in dem du sowieso an den meisten Tagen eingeloggt bist.
Der Code aus dem Postfach
Nachdem du Continue with email geklickt hast, schickt dir Claude eine Nachricht mit dem Betreff «Secure link to log in to Claude.ai». Schau in dein Postfach – und schau auch im Spam nach, dort landet sie beim ersten Mal gern.
Was als Nächstes passiert, hängt davon ab, wo du diese E-Mail öffnest:
- Du öffnest sie auf demselben Computer, an dem du mit der Anmeldung angefangen hast: Link anklicken, du bist zurück bei Claude und angemeldet. Schritt erledigt.
- Du öffnest sie auf dem Handy, während du am Computer sitzt: Dann zeigt dir die E-Mail einen Code, den du am Computer eintippst, in das Feld, das auf der Claude-Seite darauf wartet.
Der zweite Fall ist der, der die Leute verwirrt, weil es aussieht, als wäre etwas schiefgegangen. Ist es nicht. Der Link und der Code sind dieselbe Sache in zwei Formen, und Claude kann unmöglich wissen, auf welchem Gerät du deine Mails liest.
Telefonnummer und die SMS
Und hier ist die zweite Stelle zum Innehalten – falls du überhaupt so weit kommst. Claude fragt nicht bei jeder Anmeldung nach einer Telefonnummer; mal gleich zu Beginn, mal erst nach einer Weile, mal gar nicht (über Google fällt dieser Schritt meist weg). Falls doch: Es schickt einen sechsstelligen Code per SMS an diese Nummer, du tippst ihn auf dem Bildschirm ein, das war’s.
Zwei Dinge, die du wissen solltest, bevor du diese Nummer einträgst:
- Sie lässt sich später nicht ändern. Die Nummer bleibt dauerhaft am Konto, nimm also die, die du wirklich benutzt, und nicht die Geschäftsnummer von einer Stelle, an der du in zwei Jahren vielleicht nicht mehr bist.
- Eine Nummer, ein Konto – so lautet zumindest die offizielle Regel von Anthropic. Wenn du die Meldung siehst, dass die Nummer bereits verwendet wird, heisst das: Mit ihr wurde schon irgendein Claude-Konto verifiziert. Das ist kein Fehler, um den du herumkommen musst, sondern eine Information – du brauchst eine andere Nummer oder Zugang zu diesem anderen Konto. In der Praxis scheint das nicht lückenlos durchgesetzt zu werden, weil manche Konten diesen Schritt nie durchlaufen – verlass dich bei deiner eigenen Anmeldung trotzdem nicht darauf.
SMS-Codes sind nur wenige Minuten gültig. Wenn du einen eintippst und die Meldung siehst, dass er abgelaufen ist, ist das kein Fehler. Fordere einfach einen neuen an.
Dein erstes Gespräch
Nach der Verifizierung landest du auf dem Chat-Bildschirm: ein grosses Textfeld in der Mitte, links eine Liste deiner Gespräche (vorerst leer). Das ist die ganze Oberfläche. Schreib irgendetwas – bitte zum Beispiel um Hilfe beim Entwurf einer E-Mail an eine Kundin – und schick es ab.
Es gibt hier keine gute oder schlechte erste Frage, und niemand gibt Noten. (Gratis-Konten haben zwar Nutzungslimits, aber die drehen sich darum, wie viel in einen bestimmten Zeitraum passt, nicht darum, was zu fragen sich lohnt.) Unter dem Textfeld findest du auch ein paar fertige Gesprächsvorschläge – klick einfach einen davon an, statt dir selbst eine Frage auszudenken. Falls du etwas Brauchbares zum Anfangen suchst, probier: «Erklär mir in drei Sätzen, worin du dich von einer Suchmaschine unterscheidest.»
Einstellungen, die gleich einen Blick wert sind
Du musst jetzt nichts ändern, sondern nur wissen, wo du das später findest. Unten links in der Oberfläche siehst du deinen Namen – klick darauf und wähl im sich öffnenden Menü Settings.
Darin gibt es mehrere Tabs, drei davon lohnen sich zu merken:
- General – hier änderst du, unter anderem, deinen Namen, also den, der unten links steht und mit dem Claude dich anspricht.
- Billing – hier steht die Information zu deinem Abo, und hier änderst du es auch. Du bist auf dem Gratis-Tarif, und das ist der richtige Ort zum Anfangen. Ein kostenpflichtiges Pro-Abo wird erst dann zum Thema, wenn du anfängst, mit Claude Code an deinen eigenen Dateien zu arbeiten, denn Claude Code ist ab Pro dabei. Wenn dieser Moment kommt: Klick auf Upgrade plan, wähl ein Abo und eine Abrechnungsart – monatlich oder jährlich – und gib deine Kartendaten ein. Fertig. Für alles, was du im Browser machst, reicht ein Gratis-Konto locker – und wenn der Moment für die Wahl zwischen den Abos kommt, haben wir einen eigenen Beitrag dazu, welches Abo du wählen solltest.
- Privacy – hier entscheidest du, ob deine Gespräche zum Training von Modellen verwendet werden dürfen. Es lohnt sich, einfach zu wissen, wo dieser Schalter sitzt, gerade wenn du Firmenmaterial hineinkopieren wirst. Entscheiden musst du dich jetzt noch nicht.
Checkliste
Hak ab, was du erledigt hast. Der Stand bleibt in deinem Browser gespeichert, du kannst also morgen zu dieser Liste zurückkommen.
- Eine E-Mail-Adresse, auf die ich über Jahre verlässlich Zugriff habe
- Telefon in Reichweite, falls eine Verifizierungs-SMS kommt
- Anmeldeweg auf claude.ai gewählt
- Adresse mit dem Link oder Code aus der E-Mail bestätigt
- Telefonnummer mit dem Code aus der SMS verifiziert (falls Claude danach gefragt hat)
- Erste Nachricht abgeschickt und eine Antwort bekommen
- Ich weiss, wo ich Name, Abo und Datenschutzeinstellungen finde