Claude Code baut dir einen Skill, einen Subagenten oder einen Hook, wenn du einfach darum bittest – schwieriger als das Bauen ist also die Wahl des richtigen Mechanismus. Die Namen helfen dabei wenig: «Skill» klingt nach einer Fähigkeit, «Subagent» nach einem Geheimdienstler aus der zweiten Reihe, und «Hook» heisst übersetzt bloss Haken. Entscheidend sind zwei Dinge, die man dem Namen nicht ansieht – wer den Mechanismus startet und wie viel Platz er in deinem Gespräch einnimmt. Wir zeigen, wann sich welcher lohnt.

Zwei Fragen statt drei Namen

Die erste Frage bei der Wahl zwischen Skill, Subagent und Hook lautet: Wer soll den Mechanismus starten? Einen Skill startest du selbst, indem du nach einem Schrägstrich seinen Namen eintippst, oder Claude Code startet ihn von sich aus, wenn es findet, dass die Beschreibung des Skills zur Aufgabe passt. Einen Subagenten ruft meist Claude Code selbst während der Arbeit auf, du kannst ihn aber auch direkt nennen. Ein Hook braucht weder dich noch Claude Code: Er startet von selbst bei dem Ereignis, dem er zugewiesen ist.

Die zweite Frage lautet: Wie viel Platz nimmt der Mechanismus im Kontext ein, also in allem, was Claude Code im laufenden Gespräch vor sich hat? Laut Dokumentation übergeht Claude deine Regeln oder greift nicht zum passenden Skill, wenn zu viel im Kontext steht.

Wer startet ihnWas im Gespräch Platz brauchtWann er passt
Skilldu oder Claude Codedie Beschreibung in jedem Gespräch, der ganze Inhalt ab dem Startein Ablauf, den du ab und zu wiederholst
Subagentmeist Claude Code, du kannst ihn aber auch direkt nennendie Beschreibung in jedem Gespräch und das Ergebnis – die eigentliche Arbeit erledigt der Subagent in einem separaten Kontexteine Aufgabe, bei der viel gelesen werden muss und ein kurzes Ergebnis reicht
Hookniemand – er startet von selbst bei einem Ereignis, zum Beispiel wenn du eine Nachricht sendest oder der KI-Agent seine Arbeit beendetnichts, ausser der Hook fügt selbst etwas ins Gespräch einetwas, das jedes Mal gleich ablaufen soll

Prüf zuerst, ob eine Regel in CLAUDE.md reicht

Claude Code liest die Datei CLAUDE.md zu Beginn jedes Gesprächs vollständig, was darin steht, braucht also immer Platz. In CLAUDE.md gehören kurze Regeln, die in jedem Gespräch gelten: das Datumsformat, die Sprache der Antworten, das Verbot, einen bestimmten Ordner ohne Nachfrage anzufassen. Für so etwas ist ein Skill zu gross. Wie du entscheidest, ob eine Regel in CLAUDE.md gehört, steht in unserem Tipp zu Anweisungen im Chat und in einer Datei. Es genügt eine Frage: Schreibst du morgen, bei einer anderen Aufgabe, dasselbe noch einmal?

Die Grenze zwischen einer Regel in CLAUDE.md und einem Skill verläuft dort, wo aus der Regel ein Ablauf wird. Die Dokumentation von Claude Code rät: Wenn du dieselbe Liste von Schritten zum dritten Mal in den Chat kopierst, ist es Zeit, sie als Skill zu speichern.

Ein wiederkehrender Ablauf auf Abruf: Skill

Ein Skill ist ein gespeicherter Ablauf, auf den du ab und zu zurückgreifst – etwa wenn du jeden Monat für das Treuhandbüro eine Tabelle mit den Kosten aus den Rechnungen in einem Ordner zusammenstellst. Es sind jedes Mal dieselben paar Schritte, aber du brauchst sie nur einmal im Monat. Deshalb braucht ein Skill im Gespräch wenig Platz: Beim Start sieht Claude Code nur seinen Namen und die kurze Beschreibung am Anfang der Datei, den ganzen Inhalt lädt es erst, wenn der Skill startet, und behält ihn ab dann im Gespräch.

Die Skill-Datei schreibst du nicht von Hand – du bittest Claude Code darum, am besten am Ende eines Gesprächs, in dem die Aufgabe gerade geklappt hat. Ein Skill bleibt dabei eine Anleitung: Claude Code interpretiert ihre Schritte, das Ergebnis kann also jedes Mal etwas anders ausfallen.

Neben deinen eigenen Skills kannst du die in Claude Code eingebauten nutzen, die aus Plugins und die aus deinem Konto auf claude.ai. Sie funktionieren alle gleich. Eigene Befehle (custom commands) aus dem Ordner commands, auf die du in älteren Anleitungen stossen kannst, sind heute ebenfalls Skills, nur im alten Ordner gespeichert.

Wie du Claude Code um deinen ersten Skill bittest und wie sich ein globaler von einem lokalen Skill unterscheidet, zeigen wir in der Lektion zum ersten Skill.

Eine schwere Aufgabe, die das Gespräch verstopft: Subagent

Ein Subagent lohnt sich, wenn viele Dateien gelesen werden müssen und dir eine kurze Zusammenfassung reicht. Sagen wir, du hast ein paar Dutzend Offerten, die du im Lauf des Jahres verschickt hast, und willst in einer Tabelle die Leistungen, die Beträge und die angenommenen Offerten zusammenstellen. Würde der KI-Agent diese Offerten im Hauptgespräch lesen, bliebe ihr Inhalt im Kontext, obwohl du für die weitere Arbeit nur die Tabelle brauchst. Ein Subagent liest alles in seinem eigenen Kontext und gibt nur die Zusammenfassung ins Gespräch zurück.

Ein Subagent ist in der Praxis eine separate KI, die Claude Code für eine einzelne Aufgabe startet. Er sieht euer Gespräch nicht: Er beginnt bei null, mit eigenen Anweisungen und der Datei CLAUDE.md, und weiss über die Aufgabe nur so viel, wie Claude Code ihm in den Auftrag schreibt. Wenn er fertig ist, gibt er Claude Code nur das Ergebnis zurück, ohne alles, was er unterwegs gelesen und geprüft hat. Bei jedem weiteren Start beginnt der Subagent wieder bei null und erinnert sich nicht an den vorherigen Auftrag. Die Ausnahme: Du bittest Claude Code, die Arbeit desselben Subagenten fortzusetzen – dann kommt er mit seinem ganzen bisherigen Verlauf zurück. Deshalb kommt ein Subagent gut mit einer Aufgabe zurecht, die sich in ein paar Sätzen beschreiben lässt, und schlechter mit einer, für die man das ganze Gespräch kennen muss.

Auch die Datei des Subagenten schreibst du nicht von Hand – du beschreibst Claude Code, wofür der Subagent zuständig ist und welches Ergebnis er zurückgeben soll, und Claude Code legt die Datei an. Claude Code hat ausserdem ein paar eingebaute Subagenten, die es ohne dein Zutun startet, zum Beispiel um Dateien schnell zu durchsuchen.

Ein Subagent spart Platz im Gespräch, schont aber die Limite deines Claude-Plans nicht. Seine Anfragen zählen zur selben Limite wie die Anfragen im Hauptgespräch.

Welches Modell du für einen Subagenten wählst und wie du ihm einen Teil der Aufgabe eines Skills übergibst, zeigen wir in der Lektion «Skill und Subagent – Arbeitsteilung».

Etwas, das immer passieren soll, ohne dass jemand daran denkt: Hook

Ein Hook ist ein Mechanismus für Fortgeschrittene – wenn du dich gerade erst an Skills gewöhnst, kannst du diesen Teil überspringen und später darauf zurückkommen. Hooks werden Ereignissen während der Arbeit von Claude Code zugewiesen, etwa dem Start einer Sitzung, dem Senden deiner Nachricht, dem Ende der Arbeit des KI-Agenten oder dem Moment kurz bevor eine Datei geändert wird. Bei jedem solchen Ereignis startet Claude Code den zugewiesenen Hook. Ein Hook ist meist ein Skript, also ein Befehl an den Computer, der ohne KI läuft. Deshalb verbraucht er keine Tokens, auch wenn er bei jeder deiner Nachrichten startet.

Ein Hook funktioniert anders als eine Regel in CLAUDE.md: Er hängt nicht davon ab, ob die KI an die Regel denkt. Der Satz «Ändere nichts im Ordner mit den unterschriebenen Verträgen» in CLAUDE.md ist eine Bitte, an die sich Claude Code in der Regel hält. Ein Hook, der eine solche Änderung blockiert, startet jedes Mal, wenn Claude Code zum Werkzeug für das Bearbeiten von Dateien greift, egal was die KI gerade im Kontext hat – die Dokumentation sagt es direkt: Eine Anweisung ist eine Bitte, ein Hook setzt die Regel durch. Dabei reagiert ein Hook nur auf das Ereignis, dem er zugewiesen ist: Ändert Claude Code die Datei mit einem Befehl im Terminal, bemerkt ein Hook am Werkzeug für das Bearbeiten von Dateien diese Änderung nicht. Und weil ein Hook ausserhalb des Gesprächs läuft, braucht er darin keinen Platz, ausser er fügt selbst etwas ein.

Einen Hook von Hand zu schreiben ist schwierig: Es ist ein Eintrag in einer Einstellungsdatei, oft mit einem Befehl, der auf dein System zugeschnitten ist, und ein überzähliges Komma reicht, damit er nicht funktioniert. Umso mehr lohnt es sich, Claude Code darum zu bitten. In unseren Kursen zeigen wir zuerst zwei Hooks: Der erste hängt an jede deiner Nachrichten das aktuelle Datum und die Uhrzeit an, damit die KI immer weiss, wie spät es ist, und der zweite spielt einen kurzen Ton ab, wenn der KI-Agent seine Arbeit beendet hat.

Ein Hook läuft mit deinen Berechtigungen und startet ohne Nachfrage, bitte also nur um Hooks, deren Wirkung du verstehst. Manche Plugins bringen auch Hooks mit.

Zum Schluss, kurz gefasst

Bevor du Claude Code um einen neuen Mechanismus bittest, beantworte dir zwei Fragen: Wer soll ihn starten, und wie viel Platz soll er im Gespräch brauchen? Ein einzelner Satz, der immer gelten soll, kommt in CLAUDE.md. Ein Ablauf aus ein paar Schritten, auf den du ab und zu zurückgreifst, ist ein Skill. Wenn viel gelesen werden muss und ein kurzes Ergebnis reicht, überlass das einem Subagenten. Und wenn etwas bei einem bestimmten Ereignis jedes Mal passieren soll, ohne dass jemand daran denken muss, richte einen Hook ein.