Claude Code im Terminal warnt, wenn das Fortsetzen eines alten Gesprächs viel von der Limite frisst
Wenn du im Pro- oder Max-Plan in Claude Code im Terminal zu einem gespeicherten Gespräch zurückkehrst, etwa mit dem Befehl /resume, kann seit Version 2.1.304 vom Montag, 19. Oktober, das Fenster Resume this conversation? mit einer Schätzung des Verbrauchs erscheinen. Die Schätzung zeigt, welcher Teil der fünfstündigen Limite allein auf das Laden des gespeicherten Gesprächs entfällt, und rechnet nicht mit ein, was du schon verbraucht hast. Das Fenster erscheint bei einem langen Gespräch, das du nach einer langen Pause oder mit einem anderen Modell fortsetzt. Du hast dann zwei Möglichkeiten: Resume, also zurück ins alte Gespräch, oder Start a new conversation.
Das Fortsetzen kostet, weil Claude Code dem Modell dabei das ganze Gespräch noch einmal schickt und nur den Teil davon aus dem Zwischenspeicher (Cache) liest, der sich nicht geändert hat und noch nicht abgelaufen ist. Nach einer langen Pause ist der Cache bereits abgelaufen, und nach einem Modellwechsel gibt es keinen, weil jedes Modell seinen eigenen hat – dann belastet also der ganze Verlauf eines langen Gesprächs die Limite. Abgezogen wird mit der ersten Nachricht, die du nach Resume abschickst, nicht schon beim Klick. Wählst du ein neues Gespräch, öffnest du das alte später mit /resume. Steht bei Start a new conversation der Hinweis, dass Claude ins vorherige Gespräch schauen kann, genügt es, im neuen Gespräch auf die frühere Arbeit zu verweisen – Claude sucht sie dann heraus.
Vor Version 2.1.304 kostete das Fortsetzen eines alten Gesprächs genau gleich viel, nur warnte Claude Code nicht davor. Wir empfehlen ein neues Gespräch, wenn du aus dem alten nur ein oder zwei Entscheidungen brauchst und nicht den ganzen Faden. Lässt du eine Sitzung länger offen, geht Claude Code anders vor – es fasst ein langes Gespräch in der Pause zusammen.
Wann du ein Gespräch besser zusammenfasst und wann du ein neues beginnst, steht im Tipp Wofür Tokens draufgehen – und wie du die Limite schonst.
/usage setzt Empfehlungen mit der Taste f um
Der Befehl /usage in Claude Code kann seit Version 2.1.305 vom Dienstag, 20. Oktober, einen Teil der Empfehlungen umsetzen, die er anzeigt. Die Verbrauchsübersicht und die Empfehlungen in den Zeilen Recommendations gab es in /usage schon vorher. Version 2.1.299 vom 14. Oktober brachte unter anderem Warnungen vor der Effort-Stufe max und vor grossen Tool-Ergebnissen. Neu ist, dass jede Empfehlung jetzt eine einzige Zeile ist: was zu korrigieren ist und woher der Verbrauch kommt, zum Beispiel eine bestimmte CLAUDE.md-Datei. Erscheint unten im Fenster ein Hinweis wie f to fix 2 of 3, drückst du f, und Claude Code kümmert sich um die Korrekturen, die es selbst erledigen kann. In der Erweiterung für VS Code macht dasselbe eine Schaltfläche unter den Empfehlungen im Fenster Account & usage, zum Beispiel Fix both.
Nachdem du f gedrückt hast, wartet Claude Code, bis die laufende Antwort fertig ist, und ändert dann ohne Rückfrage die Effort-Stufe überall dort, wo die Empfehlung aus einem /effort-Befehl besteht. Für die übrigen Korrekturen, die Claude Code bewältigt, bekommt Claude einen einzigen Auftrag mit einem eigenen Schritt pro Empfehlung und muss dir die Änderung zeigen, bevor es sie vornimmt – etwa das Kürzen einer zu langen CLAUDE.md-Datei. Bei manchen Empfehlungen passiert gar nichts, zum Beispiel beim Rat, vor einer Pause /compact einzugeben. Zeigt Claude bei einer Empfehlung keine Änderung, setzt du sie von Hand um.
Die Prozentzahl bei einer Empfehlung sagt, welchen Teil des Verbrauchs sie betrifft, nicht wie viel du damit sparst – 40 Prozent bei der Empfehlung, die Effort-Stufe zu ändern, heisst nicht, dass du 40 Prozent der Limite einsparst. Die Zahlen sind Näherungswerte und stammen aus dem Sitzungsverlauf auf diesem Computer, Gespräche auf claude.ai und auf anderen Geräten zählen also nicht mit. Den Hinweis mit der Taste f siehst du auch nicht, solange Remote Control verbunden ist. Ein Blick in /usage lohnt sich unserer Meinung nach für alle, denen die Limite regelmässig ausgeht, bevor sie sich erneuert.
Was /usage sonst noch zeigt und wie du die Limite über den ganzen Tag verteilst, beschreiben wir im Tipp Wofür Tokens draufgehen – und wie du die Limite schonst.
Erweiterung für VS Code: Subagenten im Hintergrund auf einer Zeile und der Grund, warum das Diktat stoppt
Die Erweiterung Claude Code für VS Code zeigt seit Version 2.1.304 vom Montag, 19. Oktober, einen Subagenten, der im Hintergrund arbeitet, als eine einzige Statuszeile unter seiner Agent-Karte, statt jeden seiner Schritte in den Chat zu schreiben. Gibt Claude Code einem Subagenten im Hintergrund etwa den Auftrag, ein Dutzend Dateien mit Preislisten durchzusehen, siehst du im Chat weiterhin dein Gespräch mit Claude Code und nicht Dutzende Schritte des Subagenten. Was der Subagent gemacht hat, kannst du trotzdem nachsehen: Gib /tasks ins Nachrichtenfeld ein und klicke im Fenster, das sich öffnet, auf den Subagenten – seine Karte zeigt die Tool-Aufrufe und eine Schaltfläche, die das ganze Protokoll seiner Arbeit öffnet.
Mit Version 2.1.307 vom Mittwoch, 21. Oktober, sagt die Mikrofon-Schaltfläche in der Erweiterung auch, warum das Diktat aufgehört hat. Beendet wurde das Diktat schon vorher, nach 15 Sekunden ohne erkannte Wörter oder nach zwei Minuten Aufnahme. Jetzt erscheint bei der Schaltfläche eine Meldung mit dem Grund und dem Hinweis, dass der bisher erkannte Text im Nachrichtenfeld bleibt – nicht abgeschickt. Um den Rest zu diktieren, klickst du noch einmal aufs Mikrofon. Wer eine längere Aufgabenbeschreibung diktiert, kommt schneller auf zwei Minuten, als man denkt. Dank der Meldung weisst du sofort, dass das Mikrofon funktioniert und die Aufnahme einfach zu Ende war.
Der Code-Tab in Claude Desktop – was er besser kann als das Terminal und was diese Woche dazukam
Ab dieser Woche schreiben wir in den News nicht nur über Claude Code im Terminal und in VS Code, sondern auch über den Code-Tab in der App Claude Desktop. Die App bekommt mehrmals pro Woche neue Versionen, und im Code-Tab ist einiges dazugekommen, was das Terminal nicht hat.
Der Code-Tab in Claude Desktop ist Claude Code im Fenster einer Desktop-App. Er läuft auf derselben Engine und liest dieselben Konfigurationsdateien wie das Terminal, nutzt also von Anfang an deine CLAUDE.md-Dateien, Skills, Hooks, MCP-Server und dieselben Modelle. Ein Gespräch, das du im Terminal begonnen hast, holst du mit dem Befehl /desktop in die App. Der Tab läuft auf Windows und macOS, unter Linux als Beta.
Unserer Meinung nach hat der Code-Tab mit dem Terminal gleichgezogen und es an ein paar Stellen überholt – zumindest für alle, die mit Dokumenten arbeiten und keine Skripte schreiben:
- Ein PDF oder ein Foto fügst du über die Schaltfläche + neben dem Nachrichtenfeld deiner Anfrage hinzu, oder du ziehst die Datei aufs Nachrichtenfeld.
- Eine Datei, die Claude Code gerade ändert, öffnest du neben dem Gespräch im Dateibereich und bearbeitest sie dort auch selbst. Im Browserbereich prüfst du eine Webseite, ohne das Fenster zu wechseln.
- Am Fensterrand siehst du mehrere Gespräche gleichzeitig in einer Liste, und die App meldet sich mit einer Benachrichtigung, wenn eines davon seine Aufgabe erledigt hat.
- Wiederkehrende Aufgaben, etwa eine morgendliche Übersicht aus Kalender und Posteingang, richtest du im Fenster Scheduled tasks ein, und Plugins und Konnektoren fügst du über ein Menü hinzu, ohne Befehle.
- Ein Mod, den Claude Code auf deine Bitte schreibt, zeichnet Elemente des Gesprächs neu oder fügt ein eigenes Panel hinzu. In der App kann ein solcher Mod auch eine SVG-Grafik anzeigen, die das Terminal nicht darstellen kann. Was Mods sind, haben wir in den News vom 5. Oktober beschrieben.
Der Code-Tab hat eine eigene Kopie von Claude Code mit eigener Versionsnummer, und ein Update im Terminal aktualisiert die App nicht, umgekehrt ebenso wenig. Neuerungen aus dem Abschnitt übers Terminal kommen deshalb manchmal verspätet in der App an – die App in Version 3.6556.1 vom 22. Oktober enthielt Claude Code 2.1.308, das Terminal bekam einen Tag später schon 2.1.310. Die Version in der App siehst du, wenn du in einer lokalen Sitzung im Code-Tab /status eingibst und auf die Zeile Claude Code schaust.
Version 3.1623.0 der App vom Dienstag, 20. Oktober, fügte den Einstellungen den Bereich Storage hinzu. Er zeigt, wie viel Speicherplatz Claude belegt, und lässt dich Platz freigeben, indem du inaktive Sitzungen aus dem Code-Tab und Aufgaben aus Cowork löschst, dem benachbarten Teil der App. Praktisch auf einem Laptop mit kleiner Festplatte. Öffnen kannst du den Bereich auch mit /storage im Code-Tab. Dieselbe Version verliert keine Nachrichten mehr, die du in einer lokalen Sitzung nachgeschoben hast, während Claude noch arbeitete: Schliesst sich die App, aktualisiert sie sich oder stürzt sie ab, ist die Nachricht beim nächsten Start wieder da und wartet, bis du sie abschickst. Version 3.6556.1 vom Donnerstag, 22. Oktober, verbesserte das Diktat in der ganzen App – ein Klick oder Enter, mit dem du das Diktat beenden wolltest, schickt die Nachricht nicht mehr ab, wenn die Aufnahme gerade fehlgeschlagen ist.
Zum Schluss: KI-Agenten halfen zwei Mathematikern, die 31 Jahre alte KLS-Vermutung zu beweisen
Xinzhi Zhang von Microsoft Research und Zhao Song haben einen Beweis der Kannan-Lovász-Simonovits-Vermutung (KLS) vorgelegt, die 31 Jahre lang offen geblieben war. Die Vermutung stammt aus der hochdimensionalen Geometrie und der Wahrscheinlichkeitstheorie. Sie fragt, ob beim Aufteilen einer hochdimensionalen Wahrscheinlichkeitsverteilung in zwei Teile der beste ebene Schnitt immer fast so gut ist wie der beste Schnitt beliebiger Form. Die Antwort lautet: ja, und zwar unabhängig von der Zahl der Dimensionen. Microsoft beschrieb das Ergebnis am Mittwoch, 21. Oktober, in seinem Blog. Das Preprint hatten die Autoren schon am 1. Oktober auf arXiv gestellt. Das Ergebnis, das unabhängig von der Zahl der Dimensionen gilt, kam erst in der Fassung vom 4. Oktober dazu.
Zhang und Song probierten mit KI-Agenten über hundert Ansätze aus: Viele Agenten prüften gleichzeitig Varianten einer Idee, die beiden Forscher bewerteten die Zwischenergebnisse, verwarfen schwache Richtungen und gaben vielversprechende in die nächste Runde weiter. Richtung und Ideen wählten sie selbst, den fertigen Beweis prüften sie ebenfalls selbst, und die rekursive Methode sowie das Argument, das den Fehler begrenzt, sind laut Microsoft ihr eigener Beitrag. Unabhängig davon versuchten es mehrere führende KI-Modelle ohne menschliche Anleitung immer wieder, mit insgesamt ähnlich vielen Tokens – und kamen nicht ans Ziel. Microsoft gibt nicht an, welche Modelle oder Werkzeuge verwendet wurden.
Der Beweis ist vorerst ein Preprint auf arXiv. Nach einer abschliessenden Durchsicht wollen die Autoren einen gekürzten Beweis vorlegen und ihn in Lean prüfen, einem Werkzeug zur computergestützten Überprüfung von Beweisen – Stand heute ist das nur eine Ankündigung.