Claude Code im Terminal fasst ein langes Gespräch zusammen, wenn du Pause machst

Seit Version 2.1.299 vom Mittwoch, 14. Oktober, fasst Claude Code im Terminal ein langes Gespräch selbst zusammen, wenn du es länger liegen lässt. Der bereits gelesene Teil des Gesprächs landet im Zwischenspeicher des Modells (Prompt-Cache), und im Claude-Abo bleibt dieser Speicher eine Stunde gültig. Nach einer Pause von mehr als einer Stunde ist der Cache abgelaufen. Claude Code verarbeitet dann den ganzen Gesprächsverlauf von Neuem und belastet damit die Limite deines Plans. Jetzt fasst Claude Code das Gespräch kurz vor Ablauf des Caches zusammen, wenn es 200’000 Token erreicht hat und seit der letzten Anfrage an das Modell etwa 54 Minuten vergangen sind. Deine nächste Nachricht schickt dem Modell dann die Zusammenfassung statt des ganzen Gesprächs.

Laut Dokumentation funktioniert das Zusammenfassen in der Pause nur in einer interaktiven Sitzung von Claude Code im Terminal. Die zweite Bedingung ist der einstündige Cache, und den nutzt Claude Code im Abo nur im Rahmen der Limite deines Plans. Ist die Limite aufgebraucht und arbeitest du mit Nutzungsguthaben weiter, zahlst also separat für die Arbeit über die Limite hinaus, gilt der Cache des Hauptgesprächs nur noch fünf Minuten, und das Zusammenfassen in der Pause entfällt. Es entfällt auch, wenn dein Computer nach 54 Minuten gerade schläft. Bisher konnte ein Gespräch 200’000 Token überschreiten, ganz ohne Zusammenfassung: Opus 5.5, Sonnet 5.5, Haiku 5.5 und Fable 5.1 arbeiten in Claude Code standardmässig mit einem Kontextfenster von einer Million Token, und die Funktion Auto-compact fasst das Gespräch erst zusammen, wenn es das Fenster zu füllen beginnt.

Das Zusammenfassen in der Pause ist eine gute Voreinstellung für alle, die den ganzen Tag ein einziges langes Gespräch führen und es für das Mittagessen oder einen Kundentermin verlassen. Auch die Zusammenfassung selbst kostet etwas, laut Dokumentation bei frischem Cache aber nur einen Bruchteil dessen, was die Grösse des Gesprächs vermuten liesse. In der Zusammenfassung können allerdings Details verloren gehen, zum Beispiel eine Abmachung vom Morgen. Wenn du nach der Rückkehr lieber mit dem vollständigen Verlauf weiterarbeitest, kannst du die Funktion in /config mit der Option Idle compaction ausschalten – die Option gibt es seit Version 2.1.302 vom Freitag, 16. Oktober, und sie ist standardmässig eingeschaltet. Wer Auto-compact ausschaltet, schaltet auch das Zusammenfassen in der Pause aus.

Was Auto-compact ist und warum du es eingeschaltet lassen solltest, zeigen wir in der Lektion Die ersten Einstellungen in Claude Code.

Die Erweiterung für VS Code zeigt mathematische Formeln in den Antworten

Seit Version 2.1.301 vom Donnerstag, 15. Oktober, zeigt die Erweiterung von Claude Code für VS Code im Chat-Panel in LaTeX geschriebene Formeln als Brüche und mathematische Symbole an. LaTeX ist eine Textschreibweise für Formeln voller Backslashes, geschweifter Klammern und Dollarzeichen, und bisher blieb in der Antwort genau diese rohe Schreibweise stehen. Das hilft, wenn du Claude bittest, die Formel für die Marge in einer Preisliste oder für eine Rate in einer Offerte aufzuschlüsseln: Einen Bruch siehst du als Bruch und kannst ihn leichter prüfen, bevor du ihn in Excel überträgst.

Das Panel versucht, eine Formel von anderen Verwendungen derselben Zeichen zu unterscheiden. Ein Preis wie «$5» bleibt deshalb ein Preis. Im Terminalmodus der Erweiterung, also wenn in den Einstellungen von VS Code die Option Use Terminal eingeschaltet ist, siehst du keine Formeln – dort bleibt LaTeX roher Text.

Zum Schluss: FLUX 3 Image Klein – ein offenes Bildmodell für eine gewöhnliche Grafikkarte

Die Firma Black Forest Labs (BFL) hat am Donnerstag, 15. Oktober, FLUX 3 Image Klein veröffentlicht, ein Modell zum Erzeugen und Bearbeiten von Bildern mit offenen Gewichten – du kannst es von Hugging Face herunterladen und auf deinem eigenen Computer laufen lassen. Klein erstellt Bilder nach einer Beschreibung, überarbeitet bestehende Grafiken und kann bis zu zehn Referenzbilder verwenden. Es hat 5,6 Milliarden Parameter und läuft laut BFL in der INT8-Version auf NVIDIA-GeForce-RTX-Grafikkarten mit 8 GB Speicher. Als Programm kannst du zum Beispiel ComfyUI verwenden.

Die FLUX Kommunity License erlaubt Privatpersonen und Firmen mit einem Jahresumsatz unter 5 Millionen Dollar, Klein gratis zu nutzen, auch kommerziell. Ein Einzelunternehmen oder eine kleine Firma unter dieser Schwelle kann mit Klein laut dieser Lizenz also ohne Lizenzgebühren Illustrationen für Offerten oder Grafiken für Firmenposts erstellen.

Wer keine NVIDIA-Grafikkarte mit 8 GB Speicher hat, probiert Klein in der Gratis-Demo auf Hugging Face Spaces aus, direkt im Browser. Gib dort zum Beispiel die Beschreibung einer Grafik für deinen nächsten Firmenpost ein.