Claude Sonnet 5.5 – ein schnelleres Sonnet zu denselben API-Preisen
Seit Version 2.1.284 vom Montag, 28. September, kannst du in Claude Code Claude Sonnet 5.5 wählen – das zweite Modell der Familie Claude 5.5. Laut Anthropic arbeitet Sonnet 5.5 über 30 Prozent schneller als Sonnet 5. Am besten soll es bei alltäglichen Aufgaben mit klarem Ziel abschneiden, beim Beheben von Fehlern und beim Erstellen ausgefeilter Dokumente, Präsentationen und Tabellen. Bei komplexer, offener Arbeit, bei der man die Lage über lange Zeit richtig einschätzen muss, bleibt laut Anthropic Opus 5.5 im Vorteil.
Standardmodell bleibt Opus 5.5, und Sonnet 5.5 wählst du mit dem Befehl /model sonnet. Die standardmässige Effort-Stufe von Sonnet 5.5 ist medium, genau wie bei Opus 5.5. Arbeitest du heute nur deshalb mit Opus, weil Claude Code es als Standard eingestellt hat, ist das eine gute Woche, um auf Sonnet zu wechseln und zu prüfen, ob du bei alltäglichen Aufgaben überhaupt einen Unterschied merkst.
Die Preise in der API sind gleich geblieben: 2 Dollar pro Million Eingabe-Tokens und 10 Dollar pro Million Ausgabe-Tokens, gleich viel wie bei Sonnet 5. Anthropic gibt an, dass dieselbe Aufgabe in seinen Tests mit Sonnet 5.5 bis zu 30 Prozent weniger kostet als mit dem Vorgänger, weil das neue Modell weniger Tokens braucht. Wie viel von der Limite im Pro- oder Max-Plan Sonnet 5.5 im Vergleich zu Opus 5.5 verbraucht, hat Anthropic nicht gesagt.
Woran du merkst, dass Sonnet nicht mehr reicht und es Zeit für Opus ist, beschreiben wir im Tipp Haiku, Sonnet, Opus, Fable – welches Modell wofür.
Mods – Plugins, die Verhalten und Aussehen von Claude Code ändern
Seit Version 2.1.287 vom Donnerstag, 1. Oktober, unterstützt Claude Code Mods. Ein Mod ist ein Plugin, das Aussehen und Verhalten von Claude Code verändert: Gemäss der Beschreibung von Anthropic besteht er aus kleinen Funktionen in TypeScript, die einen Prompt umschreiben, etwas in die Oberfläche zeichnen, eine eingebaute Funktion ersetzen oder eine ganz neue hinzufügen können. Anthropic hat bei sich selbst angefangen: Der eingebaute Befehl /diff ist jetzt ein Mod, du kannst ihn also in /plugin im Tab Installed ausschalten. Mods funktionieren im Terminal und im Tab Code der Claude-App für den Computer. In der Erweiterung für VS Code kann ein Mod das Verhalten von Claude Code ändern, aber nichts von dem, was er zeichnet, erscheint dort.
Für einen eigenen Mod musst du nicht programmieren können. Beschreib in einfachen Worten, was der Mod tun soll, und Claude Code schreibt ihn. Ein Mod, den Claude Code geschrieben hat, funktioniert nur in der Sitzung, in der er entstanden ist – willst du ihn behalten, bitte Claude Code, ihn aus dem Ordner dieser Sitzung herauszukopieren. Eine Bitte um einen Mod kann zum Beispiel so lauten:
Mach einen Mod, der über dem Nachrichtenfeld den Namen des Ordners anzeigt, in dem ich arbeite.
Ein Mod läuft mit deinen Berechtigungen, und nichts schottet ihn vom Rest deines Computers ab. Er kann deine Dateien lesen und schreiben, Programme starten, sich mit dem Internet verbinden und das Modell über deinen Plan nutzen. Er kann sogar einen Tool-Aufruf für dich bestätigen, bevor Claude Code dich danach fragen kann. Nur den Text des Fensters, das dich um deine Zustimmung bittet, kann er nicht ändern. Installiere Mods von anderen deshalb wie jedes andere Programm: nur von Leuten, denen du vertraust.
Ultracode in /effort funktioniert jetzt auf jeder Effort-Stufe
Ultracode ist ein Modus von Claude Code, in dem Claude bei grösseren Aufgaben die Arbeit selbst in Dynamic workflows organisiert. Vor Version 2.1.284 vom Montag, 28. September, war Ultracode die höchste Stufe des Reglers in /effort: Es schaltete die Stufe xhigh ein, und wer eine andere Stufe wählte, schaltete es wieder aus. Jetzt ist Ultracode ein eigener Schalter, der auf jeder Effort-Stufe eingeschaltet bleibt. Im Terminal schaltest du es in /effort mit der Taste Tab um oder mit dem Befehl /effort ultracode, in VS Code mit dem Schalter Ultracode unter dem Regler Effort. Ultracode funktioniert in jedem kostenpflichtigen Plan, im Pro-Plan musst du aber zuerst in /config die Option Dynamic workflows einschalten.
Ultracode ist ein Modus für eine grosse Aufgabe, für die du bewusst mit deiner Limite bezahlst. Die Dokumentation sagt klar, dass bei eingeschaltetem Ultracode jede Anfrage in der Sitzung mehr Tokens verbraucht und länger dauert, die Sitzung also schneller an die Fünf-Stunden- oder die Wochenlimite stösst. Der Befehl /effort ultracode schaltet Ultracode nur bis zum Ende der laufenden Sitzung ein.
Lesezeichen für Antworten und Run in background in der Erweiterung für VS Code
Seit Version 2.1.286 vom Mittwoch, 30. September, kannst du in der Erweiterung von Claude Code für VS Code Antworten von Claude als Lesezeichen speichern. Die Schaltflächen beschreiben wir so, wie sie Anfang Oktober aussahen, denn Anthropic baut diese Erweiterung fast jede Woche um. Fahr mit der Maus über eine Antwort und klick auf Bookmark response. Gespeicherte Antworten landen im Bereich Bookmarks, den du mit dem Lesezeichen-Symbol oben im Bereich von Claude Code oder mit dem Befehl /bookmarks öffnest. So speicherst du eine Antwort, auf die du im ganzen Gespräch immer wieder zurückkommst – zum Beispiel einen vereinbarten Arbeitsplan oder den Text einer Offerte, an der du mit Claude noch feilst.
Die Schaltfläche Run in background kam mit Version 2.1.287 vom 1. Oktober dazu. Wartet Claude auf das Ergebnis eines Befehls oder auf die Arbeit eines Subagenten und dauert dir das zu lange, klick im Gespräch unter dem Aufruf dieses Befehls oder Subagenten auf Run in background. Die Schaltfläche erscheint, sobald ein Befehl etwa zwei Sekunden läuft, oder sofort, wenn ein Subagent mit der Arbeit beginnt. Claude wartet dann nicht mehr und macht mit dem Rest der Aufgabe weiter, und wenn die Arbeit im Hintergrund fertig ist, bekommt Claude eine Benachrichtigung.
Seit Version 2.1.286 beenden die Schaltfläche Stop und die Taste Esc nur noch die Antwort, an der Claude gerade arbeitet. Subagenten, die im Hintergrund laufen, arbeiten weiter, und du stoppst sie einzeln über die Agentenübersicht, die der Befehl /tasks öffnet. Seit Version 2.1.284 kann die Erweiterung ausserdem über jeder Nachricht die Uhrzeit anzeigen und dort, wo ein neuer Tag beginnt, eine Zeile mit dem Datum. Standardmässig ist diese Option ausgeschaltet, einschalten kannst du sie in den Einstellungen von VS Code, wo sie Claude Code: Show Message Timestamps heisst.
/mcp reconnect all im Terminal – ein Befehl für MCP-Server, deren Verbindung abgerissen ist
Claude Code im Terminal hat seit Version 2.1.284 den Befehl /mcp reconnect all. Er baut die Verbindung zu allen MCP-Servern neu auf, die ausgefallen sind oder auf eine Anmeldung warten. Ein MCP-Server verbindet Claude Code mit einem externen Dienst, etwa mit einem Kalender, einem Postfach oder einer Dokumentenablage.
Bittest du Claude Code um eine Übersicht deiner Termine aus dem Kalender und liest in der Antwort, dass es keinen Zugriff darauf hat, musst du nicht suchen, welche Verbindung versagt hat: Tipp /mcp reconnect all ein und stell deine Bitte noch einmal.
Wenn du noch nicht weisst, wie sich ein MCP-Server von einem Konnektor unterscheidet und wie du einen hinzufügst, fang mit dem Tipp Konnektor oder MCP: wo genau der Unterschied liegt an.
Zum Schluss: sechs mathematische Arbeiten, entstanden mit dem Modell Muse Spark
Am Freitag, 2. Oktober, hat Meta sechs mathematische Arbeiten veröffentlicht, die Forschende zusammen mit seinem Modell Muse Spark geschrieben haben. Fünf davon beantworten Fragen, die bisher offen waren. Die Forschenden nutzten die Versionen 1.1 und 1.2 im Denkmodus (Thinking Mode) über den gewöhnlichen Chat von Meta AI, ohne besondere Forschungsinfrastruktur – also im Grunde so, wie du mit Claude schreibst.
Die Arbeit lag in menschlicher Hand. Ein Team aus der Mathematik leitete die Forschung und entwickelte mit Muse Spark die Argumente, ein zweites Team prüfte danach dessen Ergebnisse, und jede Arbeit hält fest, welche Teile die Forschenden und welche die KI geschrieben haben. In einer Arbeit zur Gruppentheorie genügte ein einziges Gegenbeispiel, um die Frage zu entscheiden – Meta vergleicht es mit dem schwarzen Schwan, der die Behauptung widerlegt, alle Schwäne seien weiss. Das Gegenbeispiel fand sich in einer Gruppe mit 384 Elementen: Das Programm, das es aufspürte, schrieb Muse Spark in GAP, einem System für mathematische Berechnungen, und die Forschenden prüften das Ergebnis und vervollständigten den Beweis.
Das zweite Team prüfte die Ergebnisse im Rahmen derselben Zusammenarbeit mit Meta. Eine Begutachtung durch Fachzeitschriften erwähnt Metas Beitrag nicht – vorerst lesen wir also, wie das Unternehmen seine eigene Arbeit beschreibt. Meta räumt ausserdem ein, dass Teams ausserhalb des Unternehmens einige derselben Probleme unabhängig und mit anderen Methoden gelöst haben. Man fragt sich, wie viele offene Probleme noch auf ein einziges, gut gefundenes Gegenbeispiel warten.