Der Berechtigungsmodus ist die eine Einstellung, die darüber entscheidet, wie oft Claude Code die Arbeit unterbricht, um dich um Erlaubnis zu fragen. Wir zeigen heute, was die einzelnen Modi voneinander trennt, woran du erkennst, in welchem du gerade arbeitest, und wie du ihn auf das abstimmst, was gerade ansteht.

Es gibt noch einen Grund, warum der Zeitpunkt dafür günstig ist. Ab dem 14. August 2026 starten neue Claude-Code-Sitzungen in den Plänen Pro, Max und Team im Auto-Modus statt in Manual, dem vorsichtigsten der Modi. Stellst du selber nichts ein, ändert sich dein Standard ohne dein Zutun – und es ist angenehmer, das vorher zu wissen, als es daran zu merken, dass Claude Code nicht mehr nachfragt.

Der Berechtigungsmodus regelt die Rückfragen, nicht die Fähigkeiten

Das ist der Punkt, den man zuerst verkehrt herum liest. Der Modus legt nicht fest, was Claude Code kann – es kann in jedem genau gleich viel. Er legt den Moment fest, in dem es anhält und dich vorher fragt.

Dateien zu lesen braucht in keinem Modus eine Freigabe, und daran ändert sich nirgends etwas. Die Unterschiede beginnen bei zwei Dingen: bei Änderungen an Dateien und bei Befehlen, die im Terminal laufen. Je lockerer der Modus, desto mehr davon geht ohne Halt durch.

Der zweite Punkt ist ebenso schlicht und geht ebenso oft unter: den Modus änderst du nicht per Bitte im Chat. «Wechsle in den Auto-Modus» bewirkt nichts, denn das ist die eine Einstellung, die Claude Code sich nicht selber setzt – zu Recht, wo sie doch bestimmt, wonach es dich zu fragen hat. Der Schalter bleibt auf deiner Seite.

Shift+Tab, der Schalter in Reichweite

Für einen Moduswechsel musst du nicht in /config – ein Tastenkürzel genügt. Der Modus wird während der Arbeit oft genug gewechselt, dass er ein eigenes bekommen hat, und damit ist auch schon beantwortet, wozu man es überhaupt kennen sollte. Jeder Druck auf Shift+Tab schaltet auf den nächsten von vier Modi weiter, deren Namen wir im nächsten Abschnitt auseinandernehmen: Manual, Accept edits, Plan und Auto. Los geht es bei dem, in dem du gerade bist, die Reihenfolge hängt also vom Ausgangspunkt ab – drück weiter, bis der erscheint, auf den du wechseln willst.

Nach jedem Druck ändert sich die Anzeige mit dem Namen des Modus; springst du einen zu weit, drück das Kürzel einfach noch ein paarmal. Diese Anzeige unten links ist der einzige verlässliche Weg herauszufinden, in welchem Modus du bist – rate nicht danach, ob Claude Code gerade etwas gefragt hat.

Shortcut und /config erledigen dabei zwei verschiedene Aufgaben, die sich leicht verwechseln lassen. Mit dem Kürzel änderst du den Modus nur in diesem einen, laufenden Gespräch. In /config, unter Default permission mode, legst du den Standard fest, also den Modus, in dem Claude Code jede weitere Sitzung startet. Beim nächsten Mal beginnt es folglich im Standard und nicht in dem Modus, in dem das letzte Gespräch geendet hat. Das ist so gewollt: bliebe ein lockererer Modus nach einem einzigen Tastendruck dauerhaft bestehen, wüsstest du beim nächsten Start nicht, woran du bist.

Der Standard steht in einer Einstellungsdatei, du kannst also um diese Änderung bitten, statt die Konfiguration zu öffnen:

Ich möchte den Berechtigungsmodus, in dem Claude Code startet, dauerhaft festlegen. Sag mir zuerst, welchen ich jetzt habe und welche Werte möglich sind, und schlag mir dann eine Änderung vor – führ sie aber nicht aus, bevor ich sie freigegeben habe.

Die vier Modi, denen du begegnest

Diese vier Berechtigungsmodi bekommst du mit Shift+Tab zu sehen, und zwischen ihnen wählst du im Alltag. Sie unterscheiden sich in einer einzigen Sache: darin, wo das aufhört, was Claude Code ohne Rückfrage erledigt.

Manual

Manual ist der vorsichtigste Modus und bis zum 14. August 2026 der Standard. Ohne Rückfrage läuft nur das Lesen – jede Änderung an einer Datei und jeder Befehl wartet auf deine Bestätigung. In der Statuszeile am unteren Bildschirmrand steht dann grau manual mode on.

Accept edits

Accept edits lässt Änderungen an Dateien durch und dazu ein paar grundlegende Handgriffe daran: einen Ordner anlegen, eine Datei verschieben oder kopieren. Der Umfang ist dabei enger: die automatische Freigabe endet bei deinem Arbeitsordner, und alles ausserhalb davon sowie sämtliche übrigen Befehle brauchen weiterhin deine Zustimmung. Der Modus passt zu Arbeit, die du ohnehin im Nachhinein durchsiehst, statt sie Zeile für Zeile freizugeben.

Auto

Auto funktioniert anders als die zwei davor, denn es hat keine feste Liste erlaubter Operationen. Bevor etwas ausgeführt wird, beurteilt es ein eigenes Modell – ein Klassifikator –, dessen Aufgabe darin besteht, Unumkehrbares aufzuhalten, alles, was aus deiner Umgebung hinauszielt, und alles, was über deine Bitte hinausgeht. Daten nach aussen schicken, Dinge löschen, die es vor dem Gespräch schon gab, auf die Produktion ausrollen: solches hält der Klassifikator von Haus aus zurück. Anthropic schreibt zu diesem Modus selber deutlich, dass er die Zahl der Rückfragen senkt, aber keine Sicherheitsgarantie ist.

Im Auto-Modus gibt es zudem etwas, das mehr bringt, als es aussieht: eine im Gespräch ausgesprochene Grenze wird eingehalten. Schreibst du «schick nichts nach aussen, bis ich es geprüft habe», blockiert der Klassifikator passende Aktionen selbst dann, wenn seine eigenen Regeln sie durchgelassen hätten. Die Grenze gilt, bis du sie aufhebst – mit einer Einschränkung, an die man bei längerer Arbeit denken sollte: sie wird nicht als Regel gespeichert und kann verloren gehen, wenn das Gespräch unterwegs zusammengefasst wird.

Plan

Plan steht etwas abseits, denn hier geht es nicht um Bequemlichkeit, sondern um eine ganz andere Phase der Arbeit. Claude Code ändert darin nichts: es liest, verschafft sich einen Überblick und legt dir einen Plan vor, und du entscheidest, ob du ihn freigibst. Mit der Freigabe wechselt die Sitzung in einen Modus, in dem diese Änderungen ausgeführt werden dürfen; Plan ist also keine Dauereinstellung, sondern etwas, das du vor einer grösseren Aufgabe einschaltest. Wie das von innen aussieht, zeigen wir in der Lektion über die erste Arbeitssitzung, im Teil über das Verlangen eines Plans, bevor sich etwas ändert.

Zwei weitere Modi, die der Shortcut nicht erreicht

Don’t ask und Bypass permissions sind die beiden übrigen Berechtigungsmodi in Claude Code, und mit Shift+Tab kommst du in keinen von beiden. Wir schreiben darüber, weil dir die Namen früher oder später begegnen – in der Dokumentation oder auf einem fremden Bildschirm – und weil es hilft, gleich zu wissen, dass es nicht die fehlenden Stufen derselben Leiter sind.

Don’t ask

Don’t ask klingt nach dem lockersten überhaupt und gibt Claude Code weniger Spielraum als jeder Modus davor: durch kommt ausschliesslich das, wofür in deinen Berechtigungsregeln schon eine Zustimmung steht, dazu das Lesen von Dateien, und alles Übrige lehnt Claude Code selber ab – ohne Rückfrage und ohne auf dich zu warten. Der Modus Don’t ask entstand für Durchläufe, neben denen niemand sitzt; statt zu fragen, tut er schlicht nicht, was nicht auf der Liste steht.

Diese Regeln kommen nicht aus dem Nichts. Sie entstehen, wenn du eine Rückfrage – in Manual oder in Accept edits – mit Yes, don’t ask again beantwortest statt mit einem blossen Ja. Ein blosses Ja betrifft eine Situation und verschwindet mit ihr; die andere Antwort wandert in die Regeln, bei Befehlen dauerhaft, bei Änderungen an Dateien bis zum Ende dieser Sitzung. Was du bereits gespeichert hast, zeigt dir der Befehl /permissions.

Eine Eigenheit von Don’t ask führt zusätzlich in die Irre: mitten in der Arbeit lässt er sich nicht einschalten. Gewählt wird er ausschliesslich als Standardmodus, im Panel /config, und seine Standardwerte liest Claude Code beim Start – das Umstellen dieser Position ändert also nichts an dem Gespräch, das du gerade führst. Don’t ask greift erst beim nächsten Start.

Bypass permissions

Bypass permissions ist ein fortgeschrittener Modus im wörtlichen Sinn: in den Einstellungen unter /config steht er gar nicht, du erreichst ihn also nur über eine eigene Flag beim Start von Claude Code oder über einen Eintrag in der Einstellungsdatei. In der Desktop-App kommt ein Schalter dazu, der zuerst in der Konfiguration freigegeben werden muss. Weg sind dann nicht bloss die Rückfragen, sondern sämtliche Kontrollen: kein Klassifikator beurteilt mehr etwas, und die geschützten Ordner sind nicht länger geschützt.

Dieser Modus ist zudem älter als die übrigen, und am ehesten liest man ihn als Überbleibsel früherer Claude-Code-Versionen. Bevor es den Auto-Modus mit seinem Klassifikator gab, war das vollständige Abschalten der Kontrollen der einzige Weg, ohne dauernde Unterbrechungen zu arbeiten, und so wurde er auch genutzt. Anthropic beschreibt den Auto-Modus heute ausdrücklich als Mittelweg zwischen dem Bestätigen jeder einzelnen Freigabe und dem Verzicht auf sämtliche Schutzmechanismen – der Grund, aus dem Leute zu Bypass permissions griffen, ist damit in den meisten Fällen hinfällig geworden.

Darum empfehlen wir Bypass permissions nicht für die gewöhnliche Arbeit, und zwar nicht aus Vorsicht – Auto liefert in der Praxis dasselbe, nämlich Arbeit, die durchläuft, ohne bei dir anzuhalten, nur eben mit einer Beurteilung der heiklen Schritte im Hintergrund. Überlass Bypass permissions Umgebungen, in denen nichts Wertvolles steht: einem Container, einer Testmaschine, einem einmaligen Durchlauf.

Was kein Modus freigibt

Ein lockererer Modus heisst nicht «alles erlaubt», und dieser Teil lohnt sich im Voraus, damit du dich nicht mehr fürchtest als nötig. Die vollständige Liste der geschützten Orte steht in der Dokumentation; diesen vier begegnest du in der Praxis am häufigsten:

  • dem Ordner mit der Änderungsgeschichte des Projekts (.git) und den Konfigurationsdateien von Git,
  • dem Ordner mit den Einstellungen von Claude Code selbst,
  • den Startdateien deiner Shell, also jenen, die bei jedem Öffnen des Terminals ausgeführt werden,
  • den Einstellungen von Editoren und Paketverwaltungen.

In Manual, Accept edits und Plan hält ein Schreibzugriff auf jeden dieser Orte bei einer Rückfrage an dich an. Im Auto-Modus landet er beim Klassifikator, durchläuft also dieselbe Beurteilung wie jede andere heikle Aktion – er ist somit weder fest blockiert noch wird er stillschweigend durchgewinkt.

Ein Detail überrascht dabei: die Berechtigungsregeln, in denen du Zustimmungen im Voraus festhältst, erfassen diese Orte nicht. Der Schutz wird vor deinen Regeln geprüft, er lässt sich also nicht dadurch aushebeln, dass du dir etwas Weitreichenderes einträgst. Kein Druck auf das Tastenkürzel und keine unterwegs erteilte Zustimmung öffnet Claude Code somit den Weg, dein System heimlich umzustellen.

Welcher Modus zu welcher Arbeit

Die Wahl des Modus läuft auf zwei ausgesprochen nüchterne Dinge hinaus: wann du dir ansiehst, was entstanden ist, und was ein Fehler in genau diesem Ordner kosten würde.

Am Anfang ist genau das der Sinn der Sache: jeden Schritt mitzubekommen. Manual ist dafür der beste Ort, und es eilt nicht, ihn zu verlassen – nicht weil der Rest gefährlich wäre, sondern weil das Mitverfolgen jedes Befehls am Anfang selber zum Lernen gehört. Du siehst, wonach Claude Code greift und in welcher Reihenfolge, und das lässt sich durch Lesen nicht nachholen. Nach dem 14. August 2026 braucht es dafür deinen Eingriff, denn neue Sitzungen kehren von allein nicht nach Manual zurück.

Ganz anders sieht Arbeit aus, die du ohnehin laufend prüfst. Du sitzt an einem Text oder an Code, schaust nach jeder Änderung in die Datei und siehst so oder so, was mit ihr geschehen ist – Accept edits spart dir dann sehr viel Klicken und kostet dich nichts, weil die Kontrolle ohnehin stattfindet, bloss einen Moment später und an anderer Stelle.

Bleibt der Fall, in dem du eine ganze Aufgabe übergibst und für das Ergebnis zurückkommst. Hier hört Manual auf zu helfen und beginnt zu stören: die Aufgabe steht still, bis jemand klickt, und fortwährendes Ja-Klicken ist Kontrolle nur dem Namen nach. Auto passt zu dieser Arbeit am besten, vorausgesetzt, du prüfst das Ergebnis wirklich, sobald es da ist.

Für sich steht die Frage, wie wichtig der Ordner ist, in dem du sitzt. Notizen und Entwürfe sind nicht dasselbe wie Unterlagen, die niemand wiederherstellt – und das ist ein besserer Grund, den Modus enger zu stellen, als das allgemeine Gefühl, man solle vorsichtig sein. Ändern lässt er sich ja mitten in der Arbeit, mit einem Tastenkürzel.

Plan fehlt in dieser Aufstellung mit Absicht, denn er beantwortet eine andere Frage. Du schaltest ihn ein, wenn die Aufgabe grösser ist und du zuerst sehen willst, was Claude Code vorhat – unabhängig davon, in welchem der übrigen Modi du sonst arbeitest.

Kurz gefasst

Die Wahl wird leicht, sobald du sie auf eine Frage nach dem Zeitpunkt herunterbrichst: an welcher Stelle der Arbeit siehst du dir an, was entstanden ist. Mittendrin – bleib bei Manual oder Accept edits. Erst am Schluss, wenn alles fertig ist – dorthin passt Auto besser und erspart dir das Klicken, das du ohnehin nicht gelesen hast.

Eine Entscheidung für immer ist das nicht, nicht einmal eine für die Woche. Der Schalter liegt unter zwei Tasten, und die Grenzen, die kein Modus überschreitet, sind unabhängig von dir gesetzt. Ein falsch gewählter Modus kostet dich höchstens einen Klick zu viel – mehr steht bei diesem Wort nicht auf dem Spiel.