Sechs Versionen in fünf Tagen, von 2.1.221 bis 2.1.226 – nach einer Woche, in der im Changelog von Montag bis Sonntag nichts stand. Und ausgerechnet die Änderung, die den grössten Teil der Nutzenden betrifft, kam gar nicht über den Changelog: Anthropic hat sie am 7. August in einem Blogbeitrag angekündigt, in Kraft tritt sie am 14. August.

Der Auto-Modus wird am 14. August zum Standard

Ab dem 14. August starten neue Claude-Code-Sitzungen auf den Plänen Pro, Max und Team im Berechtigungsmodus Auto statt in Manual. Manual ist der Modus, der vor jeder Dateiänderung und vor jedem Befehl anhält und auf deine Bestätigung wartet. Im Auto-Modus fallen diese Rückfragen weg: Bevor etwas ausgeführt wird, sieht sich ein separates Modell die Aktion an und stoppt, was unumkehrbar oder destruktiv ist oder über deine eigene Umgebung hinausgreift. Regeln, in denen du ausdrücklich festhältst, dass Claude Code nachfragen soll, führen weiterhin zu einer Rückfrage.

Einen Vorbehalt schreibt Anthropic selbst in die Dokumentation, und der gehört wiederholt statt überflogen: Der Auto-Modus senkt die Zahl der Rückfragen, ist aber keine Sicherheitsgarantie und ersetzt es nicht, das Ergebnis von Claude Code durchzusehen.

Begründet wird der Wechsel mit einer Untersuchung an über tausend zahlenden Personen. Das prüfende Modell stoppte 89 Prozent der gefährlichen Befehle. Wer dieselben Befehle von Hand zur Freigabe vorgelegt bekam, verweigerte die Freigabe in 13,6 Prozent der Fälle. Anthropic nennt dazu eine Beobachtung ausserhalb des eigentlichen Tests: In echten Sitzungen führten manuell freigegebene Aktionen mehr als doppelt so oft zu ernsthaftem, ungewolltem Schaden wie Aktionen im Auto-Modus.

Dieser Abstand passt zu dem, was wir bei den Teilnehmenden unserer Schulungen nach ein paar Arbeitstagen beobachten. Eine Rückfrage wirkt genau so lange, wie sie gelesen wird. Danach ist sie nur noch eine Taste zwischen dir und dem Ergebnis, der Finger findet sie von allein, und Claude Code macht ohnehin das, was es vorhatte. Wir vermuten, dass die Änderung daraus folgt, wie Menschen tatsächlich arbeiten – und nicht daraus, wie diese Arbeit aussähe, wenn jede Rückfrage zu Ende gelesen würde.

Was daraus für dich folgt, hängt davon ab, wo du stehst. Arbeitest du schon länger mit Claude Code und ertappst dich dabei, seine Schritte ungelesen freizugeben? Dann geht die Änderung in deine Richtung und du musst nichts tun. Fängst du gerade erst an? Dann würden wir für die ersten Wochen bei Manual bleiben, und nach dem 14. August verlangt das einen bewussten Schritt von dir, denn neu geöffnete Sitzungen kehren nicht von selbst dorthin zurück. Es geht nicht darum, dass der Auto-Modus gefährlich wäre. Es geht darum, dass du am Anfang an jedem mitgelesenen Befehl lernst, wonach Claude Code greift und in welcher Reihenfolge – und das holst du durch Lesen später nicht nach. Den Berechtigungsmodus stellst du jederzeit um: Im Terminal geht Shift+Tab der Reihe nach durch die Modi, die Desktop-App hat eine Auswahlliste beim Eingabefeld, die VS-Code-Erweiterung eine Modusanzeige darunter. Hast du bereits einen eigenen Standardmodus eingestellt, kommt einmalig die Frage, ob du auf Auto wechseln willst – «nein» ist dort eine vollwertige Antwort. Unser Tipp zu den Einstellungen geht die Modi in Ruhe durch, auch den Unterschied zwischen Don’t ask und Accept edits.

Eine damit verbundene Änderung gilt schon seit dem 7. August. Die Arbeit des prüfenden Modells wird auf Pro, Max und Team nicht mehr auf die Limiten deines Plans angerechnet. Vorher wurde sie angerechnet, und das war ein echtes Hindernis: Im Auto-Modus hast du aus der eigenen Limite dafür bezahlt, dass Claude Code sich selbst kontrolliert. Die zusätzliche Absicherung kam damit teurer als die Arbeit ohne sie.

Focus view blendet die Werkzeugaktivität in VS Code aus

Version 2.1.221 vom 4. August hat der VS-Code-Erweiterung Focus view hinzugefügt: einen Schalter im Chat-Menü, der alles, was Claude Code unterwegs tut, zu einer einzigen aufklappbaren Zusammenfassung pro Durchgang einklappt, erreichbar mit Ctrl+Alt+F oder über den Befehl «Claude Code: Toggle Focus view». Statt der vollständigen Aufzeichnung jeder gelesenen Datei und jedes ausgeführten Befehls bleibt eine Zeile mit der Angabe, wie viel davon anfiel, dazu eine Anzeige für das Werkzeug, das gerade arbeitet.

Focus view greift damit dasselbe Problem auf, das wir in unserem Tipp zu den Einstellungen durch das Abschalten von Verbose output gelöst haben – nur vom besseren Ende her. Verbose bestimmt, wie viel die Werkzeuge überhaupt zurückgeben; Focus view lässt alles dort, wo es ist, und klappt es lediglich aus dem Blickfeld, bis du hineinschauen willst. Wer sich in Claude Code gerade einarbeitet, fährt damit besser als mit abgeschalteten Informationen, denn der Bildschirm wird ruhig und jeder Schritt bleibt nachprüfbar. Schaltest du es jetzt ein, bekommst du gleich die korrigierte Fassung: In der ersten Version klappte Focus view auch die Aufgabenliste und den Kontext einer Frage weg, auf die Claude Code wartete – also genau die beiden Dinge, die sichtbar bleiben sollten. Version 2.1.225 vom 8. August hat das behoben.

/review und /code-review sind ab jetzt ein Befehl

Vor drei Wochen haben wir geschrieben, dass sich die Code-Durchsicht nicht mehr selbst aufruft und nur noch läuft, wenn du darum bittest. Version 2.1.223 vom 6. August ist den nächsten Schritt gegangen und hat aus /review einen Alias für /code-review gemacht. Beide Namen führen jetzt zur selben Durchsicht, entweder der aktuellen Änderungen in deinem Ordner oder eines Pull Requests, den du angibst, aufgerufen mit /code-review <Stufe> <PR-Nummer>.

Die beiden Änderungen passen gut zusammen. Eine Durchsicht kostet Zeit und Tokens, die Entscheidung darüber liegt bei dir, und jetzt musst du dir wenigstens nicht mehr merken, welcher der beiden Namen der richtige ist. Daneben steht /code-review ultra, eine tiefe Durchsicht, die in der Cloud von mehreren Agenten gleichzeitig erledigt wird.

Claude-Code-Sitzungen können einander schreiben

Version 2.1.224 vom 7. August hat etwas gebracht, das nach einer Funktion fürs Team klingt und in Wahrheit für eine einzelne Person mit mehreren offenen Fenstern gedacht ist. Claude-Code-Sitzungen können einander jetzt Nachrichten schicken, auch über deine eigenen Rechner hinweg, und der Befehl ListAgents zeigt, welche Sitzungen in Reichweite sind. Das läuft auf macOS und auf Linux. Dazu kamen Einstellungen dafür, was mit einer solchen Nachricht passiert, bevor sie ankommt – wann die empfangende Sitzung zuerst bei dir nachfragen soll und wie lange die Nachricht wartet, bevor sie verfällt.

Einzeln betrachtet sind die Änderungen dieser Woche schlicht bequem. Zusammen verschieben sie, worauf deine Aufmerksamkeit gerichtet ist: weg von «darf dieser Befehl laufen» hin zu «ist das, was dabei herauskam, das, worum ich gebeten habe». Die zweite Frage ist die schwierigere, niemand beantwortet sie für dich, und wir selbst werden die nächsten Wochen im Auto-Modus arbeiten und aufschreiben, was dabei schiefgeht. Wie er im Alltag wirkt, erfahren wir aus einer Ankündigung nicht.