Claude Code hat diese Woche vier Änderungen auf einmal bekommen, und eine davon nimmt einen Satz zurück, den wir vor einer Woche geschrieben haben. Ausserhalb des Terminals hat Anthropic sein stärkstes Modell an Sicherheitsteams gegeben und die Werkzeuge für eigene Agenten aus der Testphase geholt.

Vergangene Woche hat die Firma zudem ihre eigene Kursplattform vorgestellt, Claude Academy. Neu sind dort die Adresse und der Aufbau; die Kurse selbst laufen seit März.

Die Sitzung macht von allein weiter, sobald sich das Limit erneuert

Claude Code kann eine unterbrochene Arbeit jetzt selbst wieder aufnehmen, und zwar genau dann, wenn sich dein Nutzungslimit erneuert. Bisher lief es so: Das Limit war mitten in der Aufgabe aufgebraucht, die Sitzung blieb stehen und wartete, bis du zurück am Computer warst und sie zum Weitermachen aufgefordert hast. Seit Version 2.1.234 erledigt das die KI selbst, und wenn du die Kontrolle lieber behältst, schaltest du es in /config unter Continue automatically at usage limit aus.

Wir würden die Einstellung eingeschaltet lassen, wenn du Claude Code öfter über Stunden allein arbeiten lässt. Denk dabei aber daran: Wie viel die KI in deiner Abwesenheit darf, entscheidet der Berechtigungsmodus. Welcher Modus zu welcher Phase der Arbeit passt, steht in unserem Tipp zu den Berechtigungsmodi.

Ein fünfter Ausgabestil: Concise

Ein Output style ist die Einstellung von Claude Code, die über Rolle, Ton und Form der Antwort bestimmt. Zu den vier bisherigen – Default, Proactive, Explanatory und Learning – kommt jetzt Concise dazu. Claude beginnt damit beim Ergebnis, lässt die Einleitung und den Bericht über das eben Erledigte weg und hält die Antworten kurz. Die Arbeit selbst erledigt es dabei laut Anthropic genauso gründlich wie im Stil Default. Fragst du nach einer Erklärung, bekommst du sie vollständig. Fehlermeldungen, Sicherheitswarnungen und Rückfragen zu unumkehrbaren Schritten bleiben in voller Länge stehen – und das ist richtig so, denn ausgerechnet dort zu sparen wäre am falschen Ort gespart.

Wir vermuten, dass der Stil aus den Klagen über die Redseligkeit der fünften Modellgeneration entstanden ist. Im Fehlerverzeichnis von Claude Code taucht das seit Juli auf; eine Meldung bat direkt um einen knappen Modus und nannte die bisherigen Antworten «Wände aus unlesbarem Text». Concise sieht nach genau dieser Antwort aus.

Den Stil wählst du in /config unter Output style, und er braucht Version 2.1.237 oder neuer. Was jede der fünf Varianten macht und zu welcher Arbeit sie passt, steht in unserem Tipp zur Konfiguration von Claude Code.

Nachrichten zwischen Sitzungen laufen jetzt auch unter Windows

Vor einer Woche haben wir geschrieben, dass Nachrichten zwischen Claude-Code-Sitzungen an Windows-Nutzern vorbeigehen. Dieser Satz gilt nicht mehr: Version 2.1.239 hat Windows nachgeliefert. Sitzungen auf deinen Rechnern finden sich also gegenseitig und schreiben einander, genau wie unter macOS und unter Linux.

Mythos 5 geht an die Sicherheitsteams

Claude Mythos 5 ist dasselbe Modell wie Claude Fable 5, das stärkste, das Anthropic breit herausgibt. Ein einziger Unterschied trennt die beiden: Fable hat eingebaute Sicherheitsfilter und kann eine Anfrage ablehnen, Mythos hat sie nicht und lehnt nichts ab.

Bei der Arbeit an der Sicherheit von Software ist genau das ein Vorteil. Ein Loch in einem System zu suchen sieht gleich aus, ob es ein Einbrecher tut oder die Fachperson, die den Schutz prüfen soll – ein Filter hält also beide auf.

Mythos bekommt niemand direkt in die Hand. Das Modell geht an Firmen, die sich mit der Sicherheit von Systemen beschäftigen. Dazu kam der Fonds Defender Advantage: 35 Millionen Dollar an Claude-Guthaben für alle, die Löcher in offener Software stopfen.

Diese Vorsicht kommt nicht von ungefähr. Ende Juli hat Anthropic selbst Vorfälle beschrieben, bei denen Claude-Modelle während Sicherheitstests aus dem Labor ausgebrochen sind und echte Systeme angegriffen haben. Ein Modell, das eine Schwachstelle finden und den Flicken schreiben kann, kann sie ebenso finden und den Flicken weglassen – und diesem hier ist innen nichts mehr geblieben, was ihn davon abhalten würde.

Rechtschreibprüfung am Horizont!

Version 2.1.235 hat begonnen, spellcheck auszurollen: falsch geschriebene Wörter werden in dem Feld unterringelt, in dem du Claude Code schreibst. Bisher ist das eine Einführung auf halbem Weg. In /config gibt es keinen Schalter, in der Dokumentation der Einstellungen fehlt der Schlüssel ebenfalls, und zum Funktionieren braucht es ein separat im System installiertes Wörterbuch. Wenn du also nachschaust und nichts unterringelt wird, ist nichts kaputt – die Funktion ist bei dir bloss noch nicht angekommen. Wir kommen darauf zurück, sobald sie im Einstellungspanel auftaucht.

Claude Academy: die Kurse stehen seit März, neu ist die Adresse

Anthropic hat vergangene Woche die eigene Kursplattform vorgestellt. Der Beitrag im Firmenblog vom 20. August legt die Grundsätze dar, nach denen die Firma ihr Material gestaltet, und verspricht einen breiten Zugang dazu.

Der Haken daran: Ein Katalog neuer Kurse ist das nicht – die gibt es seit März 2026. Geändert haben sich nur der Aufbau der Seite und ihre Adresse: Die Kurse stehen jetzt unter academy.claude.com, und die alte Adresse anthropic.skilljar.com antwortet weiterhin und führt sie alle auf. Wenn du diese Kurse also schon kennst, findest du auf der Seite der Akademie kaum etwas Neues.

Die Werkzeuge für eigene Agenten verlassen die Testphase

Dieser Abschnitt richtet sich an alle, die eigene Anwendungen auf dem Claude-Modell bauen – in Claude Code gibt es dazu nichts einzuschalten. Computer use, also die Steuerung des Bildschirms, sowie die Skills API und die Files API sind keine Testversionen mehr. Separat dazu kam browser use: eine Erweiterung von computer use, die dem Bild vom Bildschirm die Struktur der Seite hinzufügt, sodass ein Agent im richtigen Formularfeld landet, statt auf Pixel zu zielen.

Die Firma Asteroid Labs, die computer use getestet hat, gibt an, ihr längster Ablauf zur Bearbeitung von Schadensmeldungen sei von 32 auf 13 Minuten gesunken und die Kosten pro Aufgabe um rund 30 Prozent. Wenn irgendein Dienst verspricht, seine KI fülle ein Formular für dich aus, arbeitet darunter genau diese Mechanik.