Die Claude-Erweiterung für Chrome hat am Mittwoch die Pilotphase verlassen und steht seither in jedem kostenpflichtigen Abo bereit. Wichtiger ist für uns etwas anderes: Damit die KI für dich auf einer Seite klickt, musst du nicht zu claude.ai wechseln – den Browser bedienen kann Claude Code selbst.

In Claude Code selbst hat sich dabei geändert, wie viel von seiner Arbeit du siehst. Der Auto-Modus zeigt endlich die Regeln, nach denen er entscheidet, und eine Fehlermeldung schreibt dir der KI-Assistent in eine Liste, statt dich vor einem leeren Formular stehen zu lassen.

Claude Code bedient deinen Browser

Die Claude-Erweiterung für Chrome hat am Mittwoch, dem 26. August, die Pilotphase verlassen und läuft seit diesem Tag in jedem kostenpflichtigen Abo. Anthropic hat die Erweiterung selbst angekündigt; für uns liegt die Neuigkeit woanders, nämlich in der Steuerung aus Claude Code heraus: Du startest es mit der Option --chrome, im Editor VS Code brauchst du nicht einmal die, und der KI-Assistent öffnet Tabs in deinem eigenen Chrome.

In der Praxis läuft das so ab: Du bittest Claude Code, die Kontakte aus einer Tabelle in ein Webpanel zu übertragen, und es liest die Datei auf deiner Festplatte, öffnet einen Tab in Chrome und füllt das Formular Zeile für Zeile aus. Der KI-Assistent klickt vor deinen Augen, in einem gewöhnlichen Browserfenster, und zwar mit den Konten, bei denen du bereits angemeldet bist – Passwörter braucht es dafür keine. Vor einem Login-Bildschirm und vor der Frage «Bist du ein Mensch?» hält es an und wartet auf dich.

Die Erweiterung hat zwei Grenzen. Anthropic rät davon ab, sie auf Finanzkonten, juristische Dokumente, Gesundheitsdaten und Seiten mit Daten anderer Personen loszulassen – auf einer Seite kann eine Anweisung so im Text stecken, dass Claude sie für deine hält, und die Filter von Anthropic verkleinern dieses Risiko, statt es zu beseitigen. Die zweite Grenze ist banal: Unter WSL, also dem in Windows nachinstallierten Linux, funktioniert die Verbindung nicht.

Der Auto-Modus zeigt, nach welchen Regeln er entscheidet

Seit Version 2.1.246 von Claude Code, erschienen am Dienstag, dem 25. August, kannst du die Regeln des Auto-Modus im Programm selbst nachlesen: Du tippst /permissions und wechselst auf den Reiter Auto mode. Der Reiter gruppiert die Regeln danach, wie hart sie blockieren. Manches tut der Auto-Modus nie, und eine ausdrückliche Bitte ändert daran nichts. Anderes hält er zurück, bis du diese eine Handlung beim Namen nennst – ein allgemeines «mach hier mal Ordnung» genügt ihm nicht. Zu diesen zweiten Regeln zeigt der Reiter die Ausnahmen separat.

Eine eigene Regel schreibst du an derselben Stelle hin, in einem gewöhnlichen Satz: Der Auto-Modus liest sie als Prosa, nicht als Muster zum Abgleichen. Du kannst die Grenze auch im Gespräch aussprechen, ohne sie irgendwo einzutragen, dann hält sich der Auto-Modus daran – verloren gehen kann sie allerdings, sobald Claude Code das Gespräch unterwegs zusammenfasst. Ein im Reiter eingetragener Satz landet in deinen Benutzereinstellungen und gilt damit in jeder weiteren Sitzung und in jedem Ordner. Die eingebauten Regeln bleiben daneben in Kraft, bis du sie ausschaltest.

Die eingebauten Einträge zur vertrauten Umgebung beschreiben vor allem die Welt der Programmierenden: Repositorien, Dateispeicher in der Cloud, Server, auf die Code ausgeliefert wird. Auch wer nie eine Zeile Code schreibt, hat vom Reiter etwas: Wenn du Claude Code mit einer Aufgabe zurücklässt und vom Computer weggehst, schaust du vorher hinein und siehst schwarz auf weiss, was der KI-Assistent von sich aus nicht anrührt.

Die Fehlermeldung schreibt jetzt Claude Code

Seit Version 2.1.247 kann der KI-Assistent die Meldung selbst schreiben und in eine Liste legen, wenn in Claude Code mitten in einer Sitzung etwas schiefgeht. Du tippst danach /feedback ohne weiteren Zusatz und bekommst diese Entwürfe aufgelistet. Jeden davon kannst du lesen, überarbeiten, abschicken oder wegwerfen.

Aus dieser Liste geht nichts ohne dich hinaus: Die Entwürfe liegen auf deiner eigenen Festplatte, und auf dem Bildschirm vor dem Absenden entscheidest du, ob die Meldung mit einer Aufzeichnung des Gesprächs verschickt wird oder allein.

Am meisten bringt die Liste dann, wenn mitten in einer anderen Arbeit etwas zusammengebrochen ist und du eine Stunde später nicht mehr rekonstruierst, was genau schiefgelaufen ist – die Meldung schreibt, wer die ganze Sache von innen mitbekommen hat. Eines bleibt aber deine Sache: den Entwurf liest du besser selbst, bevor er verschickt wird, denn die Aufzeichnung des Gesprächs geht standardmässig mit.