Eine grosse Sache, zwei kleinere in Claude Code selbst, und zum Schluss ein Werkzeug, das du sofort ausprobieren kannst, ganz ohne Terminal.
Opus 5 wird zum Standard-Opus-Modell
Am 24. Juli ist Opus 5 erschienen und hat Opus 4.8 sofort als Standard-Opus-Modell in Claude Code abgelöst (Version 2.1.219). Der Preis bleibt derselbe wie bei 4.8: 5 Dollar pro Million Input-Tokens, 25 Dollar pro Million Output-Tokens. Der schnelle Modus kostet weiterhin das Doppelte und ist dafür rund zweieinhalbmal so schnell. Auf der Benchmark-Seite verweist Anthropic auf neue Bestwerte in den eigenen Coding-Benchmarks und, auffälliger, auf einen dreifach höheren Wert als die Konkurrenz bei ARC-AGI 3, der eigens dafür gebaut ist, das Lösen neuartiger Probleme zu prüfen und nicht auswendig gelernte Muster.
Nimm die Benchmark-Zahlen mit der üblichen Vorsicht, ausgesucht hat sie, wer das Modell veröffentlicht. Nützlich ist hier eher das Muster hinter der Ankündigung: Das ist der zweite Wechsel eines Standardmodells in knapp drei Wochen. Anfang Juli hat Sonnet 5 als allgemeines Standardmodell von Claude übernommen. Jetzt bekommt Opus 5 eine ähnliche Rolle, nur eben auf die Opus-Stufe beschränkt – ein anderes «Standard» als bei Sonnet, aber dieselbe Gewohnheit dahinter. Wenn du irgendwo ein bestimmtes Modell festgenagelt hast, in einem Skript, in einem CI-Job oder im Frontmatter eines eigenen Skills (model: claude-opus-4-8), lohnt sich die Frage, ob du eigentlich «das jeweils beste Opus» gemeint hast oder wirklich 4.8. Solche Voreinstellungen können sich ohne Vorwarnung verschieben, und das teils innerhalb weniger Wochen.
Neu in Claude Code
Zwei Änderungen, die man am besten zusammen mit der Vorwoche liest: Die eine nimmt dir /code-review aus dem Weg, die andere gibt dir verschachtelte Subagenten zurück, ohne die Leitplanken abzubauen.
/code-review wandert in den Hintergrund
Claude Code 2.1.218 hat geändert, wie /code-review läuft: Statt dein Gespräch für die Dauer der Arbeit zu übernehmen, läuft es jetzt als Subagent im Hintergrund und prüft die Slash-Befehle, die du aufgestapelt hast, statt das, was gerade zufällig auf dem Bildschirm steht. Du kannst es anstossen und in derselben Sitzung mit Claude über etwas anderes weiterreden, statt ein paar Minuten lang einem vorbeiscrollenden Review zuzuschauen.
Lohnt sich zusammen mit der Änderung der letzten Woche zu lesen: /code-review hat, zusammen mit /verify, schon in 2.1.215 aufgehört, sich selbst aufzurufen. Die beiden Änderungen bauen also aufeinander auf. Es läuft nur, wenn du es verlangst, und wenn du es verlangst, blockiert es dich nicht mehr. Falls du /code-review bei einem grossen Diff bisher übersprungen hast, weil es dir fünf Minuten lang die ganze Sitzung weggefressen hat: Dieser Grund ist weg.
Mehr Raum für verschachtelte Subagenten
Version 2.1.217 von Claude Code hat die Zahl gleichzeitig laufender Subagenten standardmässig auf 20 gedeckelt und in derselben Ausgabe das verschachtelte Starten ganz abgeschaltet: Ein Subagent konnte keine eigenen Subagenten mehr starten, solange du nicht ausdrücklich CLAUDE_CODE_MAX_SUBAGENT_SPAWN_DEPTH hochgesetzt hast. Ein paar Tage später hat 2.1.219 das teilweise zurückgenommen: Verschachtelung ist wieder standardmässig an, jetzt bis Tiefe 3.
Wenn du Skills nach Art eines Dirigenten baust, bei denen ein Agent an ein paar Fachleute abgibt, die ihrerseits weiter abgeben, bekommst du diese Struktur ohne zusätzliche Konfiguration zurück. Das Sicherheitsnetz aus 2.1.217 ist aber nicht verschwunden: Die Obergrenze von 20 gleichzeitigen Agenten steht weiterhin, und --max-budget-usd hält laufende Hintergrundagenten jetzt tatsächlich an, sobald du die Grenze erreichst, statt bloss neue abzulehnen. Wenn du Claude Code über Nacht halb unbeaufsichtigt an einem grossen Refactoring arbeiten lässt, ist diese Budgetgrenze die Einstellung, die du vorher zweimal anschauen solltest, nicht die Verschachtelungstiefe.
Zum Schluss: frag Claude, wie KI tatsächlich eingesetzt wird
Am 22. Juli hat Anthropic einen Konnektor für den Anthropic Economic Index veröffentlicht. Er basiert auf Millionen anonymisierter Gespräche auf Claude.ai. Du schaltest ihn im Konnektoren-Menü auf claude.ai ein und stellst ganz gewöhnliche Fragen wie «in welchen Berufen wird KI am meisten genutzt» oder «wofür brauchen Lehrpersonen Claude eigentlich» – und er antwortet aus dem echten Datensatz, statt zu raten.
Einen Versuch wert, auch ohne Forschungsgrund. Er ist in jedem Abo gratis, auch im Gratis-Tarif. Und er stützt seine Antwort auf echte Nutzungsdaten: wie Leute Claude tatsächlich einsetzen, Beruf für Beruf und Aufgabe für Aufgabe – statt auf eine steile These von einem der beiden Ränder der Debatte über KI und Arbeitsplätze. Der Haken, den Anthropic selbst gleich nennt: Er bildet nur die Nutzung von Claude ab und nicht den ganzen Arbeitsmarkt. Wir nehmen uns vor, in ein paar Monaten zurückzukommen und genau dieselben Fragen noch einmal zu stellen. Erst der Unterschied zwischen den beiden Abfragen sagt etwas, was eine einzelne Momentaufnahme nicht sagt – bei allem Bewusstsein dafür, dass wir dabei durchgehend nur auf Claude-Nutzung schauen.