Claude Code informiert dich nicht darüber, dass sich deine Wochenlimite ändert. Du merkst es erst daran, dass deine Tokens schneller zu Ende gehen als sonst. Dazu hat Claude Code ein paar Kleinigkeiten bekommen, die sofort auffallen: Es zeigt keine API-Schlüssel mehr an und lädt Plugins ohne eigenen Befehl neu.

Die Wochenlimite von Claude Code ändert sich heute

Anthropic hat Ende August angekündigt, die standardmässige Wochenlimite in Claude Code ab dem 14. September dauerhaft um 25 Prozent zu erhöhen. In derselben Mitteilung stand eine zweite Information: Die am 13. Mai angekündigte Erhöhung um 50 Prozent ist am 13. September ausgelaufen. Ein Enddatum hatte sie von Anfang an – zuerst den 13. Juli –, aber Anthropic hat sie ein ums andere Mal verlängert, sodass wir sie in vier Monaten als Normalzustand angesehen haben. Deshalb liest sich die heutige Rückkehr zur tieferen Limite eher wie das Wegnehmen von etwas Festem als wie das Ende einer Aktion. Seit heute gelten beide Entscheide gleichzeitig. Gegenüber der letzten Woche liegt die Limite 17 Prozent tiefer, gegenüber dem Stand vor Mai 25 Prozent höher. Anthropic hat diese 17 Prozent selbst genannt. Die erste Fassung der Ankündigung hat die Firma gelöscht und noch einmal veröffentlicht, mit dem Zusatz, um wie viel die Limite gegenüber gestern sinkt.

Die Änderung betrifft die Abos Pro und Max, in Firmen zusätzlich Team und Enterprise mit Abrechnung pro Arbeitsplatz. Sie gilt nur für die Wochenlimite – die Fünfstundenlimite bleibt unverändert. Wie viel von der Wochenlimite dir noch bleibt, zeigt dir der Befehl /usage.

Einen Grund hat Anthropic nicht genannt, und beschrieben hat die Firma die Änderung nirgends ausser in einem Beitrag auf X – wir haben im Hilfecenter von Claude und im Firmenblog nachgesehen. Wenn du deine Arbeitswoche der Limite entlang planst, schau heute früher als sonst in /usage.

Ein Plugin läuft, sobald du das Panel /plugin schliesst

Seit Version 2.1.268, erschienen am Donnerstag, dem 10. September, lädt Claude Code die Plugins neu, sobald du das Panel /plugin schliesst. Du installierst, aktivierst, deaktivierst und entfernst ein Plugin, ohne das Gespräch zu verlassen und ohne den Befehl /reload-plugins einzutippen. Bisher wurden Änderungen aus diesem Panel erst wirksam, nachdem du diesen Befehl eingetippt hattest. Übersehen liess sich das leicht, denn das Panel schloss sich genau gleich wie heute, und ein frisch installiertes Plugin tat einfach nichts.

Manchmal bleibt das Neuladen allerdings aus: Claude Code warnt dich dann, dass die Änderungen nicht wirksam geworden sind. Du setzt sie mit /reload-plugins --force durch. Den Befehl /reload-plugins ohne --force brauchst du trotzdem noch in einem Fall: Manchmal bittet die Meldung über eine Plugin-Aktualisierung ausdrücklich ums Neuladen.

Claude Code zeigt bei MCP-Servern keine API-Schlüssel mehr

Dieselbe Version von Claude Code, 2.1.268, zeigt Schlüssel und Passwörter aus der Konfiguration der MCP-Server nicht mehr an. Den Token für einen Dienst trägst du in diese Konfiguration entweder direkt ein oder als ${VAR}. Für diese Schreibweise setzt Claude Code den echten Wert ein, und genau der konnte früher auftauchen: in den Serverdetails in /mcp und /plugin, im Ergebnis der Befehle claude mcp list und claude mcp get sowie in der Fehlermeldung beim Anmelden am Server. Die Korrektur gilt auch für Fehlermeldungen bei Plugins: Sie zeigten Token oder Passwort, die in der Adresse des Repositorys stehen, aus dem ein Plugin geladen wird.

Es geht ausschliesslich darum, was Claude Code auf dem Bildschirm anzeigt. Und auf diesen Bildschirm schauen mehr Leute, als man meint: Das Ergebnis von claude mcp list landet per Copy-Paste in einem Fehlerbericht, und wenn du deinen Bildschirm teilst, sehen andere die Serverdetails mit. Wenn einer deiner Schlüssel so zu sehen war, erzeuge ihn im Panel des betreffenden Dienstes neu.

Den Token für die Konfiguration eines MCP-Servers erzeugst du vorher im Panel des Dienstes, und ein Teil der Dienste verlangt stattdessen eine gewöhnliche Anmeldung. Beide Wege beschreiben wir im Tipp Konnektor oder MCP: wo genau der Unterschied liegt.

Die neue Einstellung maxEffortLevel begrenzt den Effort-Level

Claude Code hat die Einstellung maxEffortLevel in Version 2.1.267 bekommen, erschienen am Mittwoch, dem 9. September. Der Effort-Level entscheidet darüber, wie gründlich das Modell über die einzelnen Schritte nachdenkt: auf einer tieferen Stufe arbeitet es schneller und günstiger, auf einer höheren geht es schwierigen Aufgaben tiefer nach. maxEffortLevel setzt die Obergrenze, und jede höhere Stufe läuft stattdessen auf dieser Obergrenze – die aus dem Befehl /effort, die aus der Modellauswahl in /model und auch die, die im Feld effort eines Skills oder Subagenten fest eingetragen ist, falls du damit arbeitest.

Zur Auswahl stehen low, medium, high, xhigh und max, wobei max gar keine Obergrenze bedeutet. Standardmässig fehlt die Einstellung in der Konfiguration, Claude Code kürzt also nichts. maxEffortLevel trägst du in die gewöhnliche Einstellungsdatei ein – es genügt, Claude Code darum zu bitten.

Eine Obergrenze lohnt sich, wenn die Stufe in einem vor langer Zeit geschriebenen Skill oder Agenten festgelegt wurde, und bei Subagenten, die immer max anfordern. Für eine tiefere Stufe verspricht die Dokumentation nur schnellere und günstigere Arbeit, über die Wochenlimite sagt sie nichts. Wir würden also nicht zum Voraus damit rechnen, dass die Limite dank der Obergrenze länger reicht.

Die Erweiterung für VS Code: Fenster mit Berechtigungsregeln und ein Zähler für Subagenten

Die Claude-Code-Erweiterung für VS Code hat sich an mehreren Stellen verändert, am stärksten dort, wo du schreibst. Anthropic hat den unteren Rand des Chatfensters in den letzten zwei Wochen Stück für Stück umgebaut, deine Version der Erweiterung kann dort also andere Elemente zeigen als unsere. Der Name des Modells, mit dem du arbeitest, steht dort seit Version 2.1.257 vom 1. September. Daneben siehst du den gewählten Effort-Level – denselben, dem die Einstellung maxEffortLevel seit dem 9. September eine Obergrenze setzt. Dazugekommen ist er in Version 2.1.260 vom 3. September; wenn dir das eine oder das andere zum ersten Mal auffällt: neu ist diese Woche keines von beiden.

Seit Version 2.1.269, erschienen am Freitag, dem 11. September, funktionieren die Berechtigungsregeln auch in VS Code – dieselben, die im Terminal seit Langem der Befehl /permissions zeigt. Du findest sie unter Permissions im Abschnitt Customize, in drei Gruppen: Allow, Ask und Deny. Eine eigene Regel schreibst du an Ort und Stelle dazu, eine früher gespeicherte entfernst du.

Seit derselben Version 2.1.269 steht unten im Chatfenster die Zahl der Subagenten, die in diesem Gespräch arbeiten – eigener Stränge, die Claude Code neben dem Hauptgespräch führt. Der Zähler sieht aus wie 2 agents, und der Punkt daneben zeigt, ob gerade ein Subagent arbeitet oder auf deine Zustimmung wartet. Ein Klick auf den Zähler öffnet eine Karte mit dem Zustand jedes einzelnen. Ohne laufende Subagenten gibt es keinen Zähler.

Die Gesprächsliste hat sich in Version 2.1.265 vom Dienstag, dem 8. September, verändert. Ein Gespräch, in dem 14 Tage lang nichts passiert ist, landet ohne dein Zutun in der Gruppe Archived sessions am Ende der Liste. Verloren geht dabei nichts – mit Unarchive session holst du es zurück, und die Länge dieser Pause stellst du in der Option Archive Inactive Sessions ein.

Wann Claude Code deine Antwort auf eine Zustimmungsfrage als dauerhafte Regel speichert und wie das in jedem Berechtigungsmodus aussieht, liest du im Tipp Manual, Accept edits oder Auto: wie viel Freiheit für Claude Code.

Zum Schluss: der Chef von Anthropic schreibt, die KI müsse langsamer werden

Dario Amodei hat diese Woche den Essay «We Must Pace the Frontier» veröffentlicht. Darin vertritt er die Ansicht, dass die Firmen, die die stärksten Modelle bauen, deren Fähigkeiten absichtlich langsamer wachsen lassen sollten, damit die Sicherheitsarbeit Schritt halten kann. Das schreibt ein Mann, dessen Firma an diesem Tempo verdient.

Den ersten von drei vorgeschlagenen Schritten sagt Anthropic sofort zu: eine dauerhafte Einladung an ein externes Prüfteam, das Teil der Firma wird – mit Schreibtischen, Zutrittsbadges und Firmenlaptops. Es soll kontrollieren, ob die Firma ihre eigenen Sicherheitszusagen einhält, und seine Ergebnisse darf es ohne Einwilligung von Anthropic veröffentlichen. Der zweite Schritt ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen KI-Firmen aus demokratischen Ländern: gemeinsame Sicherheitsstandards und eine gemeinsame Begrenzung des Tempos, in dem die Fähigkeiten der Modelle wachsen. Der dritte sind Gespräche demokratischer Regierungen mit autoritären – so weit sie überhaupt möglich sind.

Amodeis Appell haben Sam Altman und Elon Musk öffentlich unterstützt, und Altman hat angekündigt, dass auch OpenAI ein unabhängiges Prüfteam zu sich lässt. Diese Unterstützung ist für uns vorerst eine interessante Randnotiz, denn es bleibt bisher bei Ankündigungen: Das Prüfteam muss erst noch eingeladen werden, und Amodei warnt selbst vor, dass niemand die Verlangsamung spüren wird, weil der Fortschritt weiterhin schnell aussehen wird. Wir werden sehen, wie viel von diesen Worten der Unterstützung sich in etwas verwandelt, das sich von aussen überprüfen lässt.